Energie- und Abgasoptimiertes Fahren
- Fahren Sie noch Auto wie vor 100 Jahren?
- „Verpulvern“ Sie noch ihr gutes Geld in die Feinstaub- und CO2-Produktion?
- Belasten Sie Ihr Budget noch mit unnötigen Treibstoffkosten?
- Überlassen Sie das Denken noch Ihrem Auto?
- Gehören Sie also zur grossen Mehrheit aller Fahrzeuglenker?
Nützen Sie Ihren Intellekt, sparen Sie Geld, schonen Sie die Umwelt, entdecken Sie die Gelassenheit beim Autofahren und lesen Sie bitte weiter!
Vorwort
Erfreulicherweise muss man sich nicht unbedingt gleich einen neuen Wagen kaufen, wenn man bis zu 35 % Treibstoff sparen, die Abgas bis zum gleichen Mass reduzieren und die Unterhaltskosten niedrig halten will. Ganz so nebenbei fühlen sich die Passagiere wohler und die eigenen Nerven werden erst noch geschont. Die Praxis wird Ihnen zeigen, dass Sie auch mit dieser Fahrweise kaum langsamer unterwegs sind. Es lohnt sich also, die neue Fahrweise möglichst sofort einzusetzen und damit sich schon bald beim nächsten Tankstellenbesuch über den Erfolg freuen zu können.
Aufbau der nachfolgenden Tipps
Bei allen Hinweisen finden sich nachfolgend als Fussnote in kursiver Schrift zusätzliche Erklärungen. Einige davon sind auch für den Laien verständlich, teilweise basieren sie auf einem gewissen Mass an Fachwissen. Bei Hybridfahrzeugen wie dem TOYOTA Prius oder dem LEXUS RX400h sind einige Regeln abweichend zu denjenigen für konventionelle Fahrzeuge. Beachten Sie deshalb die speziellen Ratschläge ganz am Schluss dieses Merkblatts ab Kapitel 30) wenn Sie ein Hybridfahrzeug besitzen.
Auswahl des Fahrzeugs:
Sind Sie in der beneidenswerten Situation, sich ein neues Auto kaufen zu können, haben Sie die Möglichkeit, schon jetzt grossen Einfluss auf Ihr zukünftiges Budget für Treibstoffe nehmen zu können.
Welches Pflichtenheft hat Ihr Wagen? Fahren Sie damit wirklich mehrere Male pro Jahr mit einer vielköpfigen Familie in die Ferien oder reisen Sie ohnehin mit dem Flugzeug? Kleinere und leichtere Fahrzeuge verbrauchen rein nominell schon weniger Treibstoff und sind daher von vorne herein sparsamer.Wohnen Sie im Gebirge, haben Sie ein schlecht erreichbares Ferienhaus oder gehört Wintersport zu Ihren bevorzugten Freizeitaktivitäten? In diesem Fall kann ein Allradantrieb ein „Muss“ sein. In allen anderen Fällen ist zu berücksichtigen, dass Allradautos schwerer sind und auch konstruktiv mehr Treibstoff verbrauchen. Wie viel ist Ihnen der Komfort wert? Die teuren Versionen sind vielfach mit viel Zubehör und breiten Reifen versehen, welche einen negativen Einfluss auf die Verbrauchswerte haben.Bei Handschaltgetrieben oder automatisierten mechanischen Getrieben sind die Einflussmöglichkeiten des Fahrers grösser als bei reinen Automaten und es kann in der Regel durch die Bedienung mehr herausgeholt werden. Automatische Getriebe bieten aber andere Vorteile, sodass dies Ihre Wahl nicht beeinflussen sollte.
Unterhalt des Fahrzeuges:
Entfernen Sie Gepäck aus dem Auto, welches Sie nicht unbedingt brauchen (Schneeketten, Hobbygegenstände etc.). Auf die Dauer kostet Sie jedes Kilo ganz schön Geld, da das Gewicht des Fahrzeuges unnötig erhöht wird.Allfällige Dachgepäckträger können den Verbrauch, wegen des Mehrgewichts und des hohen Luftwiderstands, extrem erhöhen. Montieren Sie solche Träger nur, wenn Sie die zusätzliche Transportkapazität auch wirklich brauchen.Der Reifendruck ist bei den meisten Fahrzeugen schon von Herstellerseite her viel zu niedrig angegeben und bezieht sich auf ein leeres Fahrzeug und ohne jede Benützung der Autobahn. Bei einem Personenwagen dürften Sie ruhig 2.5 bis 2.7 bar an allen vier Rädern pumpen. Kontrollieren Sie den Reifendruck bei kalten Reifen einmal im Monat. Beim Ersatz der Reifen achten Sie darauf, dass der neue Reifen ein „Eco“-Profil hat. Sportreifen haben andere Profile und weichere Gummimischungen.Winterreifen haben eine weichere Gummimischung und ein gröberes Profil als Sommerreifen, sind aber für die Sicherheit im Winter ein absolutes „Muss“. Lassen Sie diese im Frühjahr, wenn die Temperaturen im Durchschnitt wieder über ca. 8 Grad Celsius liegen, durch die Sommerreifen ersetzen.Verlangen Sie in Ihrer Garage, dass man beim Service ein so genanntes Leichlauföl auffüllt. Die geringen Mehrkosten pro Liter schlagen sich beim Gebrauch durch den geringeren Energieverbrauch wieder heraus.
Die rein technischen Grundlagen des sparsamen Fahrens:
Im Idealfall fahren Sie immer mit fast ganz durchgedrücktem Gaspedal im höchsten Gang. Das Gaspedal wie ein „rohes Ei“ zu behandeln, ist falsch und eine veraltet und basiert auf längst überholter Technik.Ziel ist es, möglichst den Gangwechsel zu vermeiden.Die Bremse darf möglichst nie verwendet werden.
Das sparsame Fahren, Grundlagen für alle Getriebearten:
Der wichtigste Punkt ist das gleichmässige, vorausschauende Fahren! Setzen Sie Ihren Intellekt und Ihre Fahrpraxis ein, um zu erkennen, welche Verkehrsabläufe aus der jeweiligen Situation resultieren. Die moderne Elektronik kann zwar sehr viele Daten der Gegenwart auswerten, der Blick in die nahe Zukunft bleibt aber dem menschlichen Gehirn vorbehalten. Machen Sie sich einen Sport daraus, diese menschliche Gabe zugunsten der Umwelt und Ihres Budgets im Strassenverkehr einzusetzen. Beobachten Sie die anderen Verkehrsteilnehmer bezüglich des Setzens von Blinkersignalen, damit Sie frühzeitig Ihre Geschwindigkeit senken können, bevor Ihr Vordermann vor dem Abbiegen bremst, um abbiegen zu können. Fahren Sie selber „informativ“, d.h. setzen Sie z.B. den Blinker rechtzeitig, damit auch andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig reagieren können und damit energieoptimiert und sicherer unterwegs sind.. Vermeiden Sie es mit Reisegeschwindigkeit an ein Rotlicht, ein Stoppsignal oder an eine stehende Fahrzeugkolonne heranzufahren. Es ist besser, die Geschwindigkeit weit vorher schon zu drosseln, damit Sie dann mit möglichst flüssig an der Stelle vorbeifahren können, wenn die Strasse wieder frei geworden ist. Fahren Sie auf eine auf Rot stehende Ampel zu und müssen Sie feststellen, dass die Strasse noch nicht frei ist, versuchen Sie wenigstens das komplette Anhalten zu vermeiden. Wenn Sie nur Schritttempo fahren können, ist dies immer noch besser als ganz anzuhalten.Wird der Motor als „Motorbremse“ verwendet, wählen Sie denjenigen Gang, bei dem der Motor mit einer höheren Drehzahl als ca. 1200/Min dreht. In diesem Betriebsbereich wird kein Treibstoff eingespritzt. Fällt die Drehzahl unter diese Limite, wird wieder Treibstoff eingespritzt damit der Motor nicht abstellt, wenn Sie anhalten und auskuppeln.Klimaanlagen benötigen Energie, egal ob sie mechanisch angetrieben sind wie bei fast allen Autos, oder elektrisch wie bei den neusten Hybridmodellen. Benötigen Sie diese nicht, schalten Sie sie aus.Vermeiden Sie Kaltstarts und Kurzstrecken. In den ersten Minuten nach dem Start verbraucht speziell der Benzinmotor bis zum Dreifachen der normalen Menge an Benzin. Zudem ist das Öl im Motor und in den Teilen der Kraftübertragung noch kalt und zähflüssig und erhöht den Widerstand der sich drehenden Teile.Eventuell bieten sich zum Ereichen Ihres Ziels mehrere Routen zur Auswahl. Wählen Sie diejenige, bei welcher Sie am Anfang schon möglichst ohne Halt fahren können, sodass der Motor sich schnell erwärmt und alle Finessen der Abgas- und Treibstoffverbrauchs-Reduktionssysteme in Funktion treten können.
Das sparsame Fahren in der Praxis mit Handschaltgetrieben, Automatischer Kupplung („Free-Tronic“) oder automatisierten mechanischen Getrieben („SMT“):
22) Beim Anfahren auf der Ebene und innerorts: Fahren Sie im 1. Gang maximal eine Fahrzeuglänge weit und ohne viel Gas zu geben und schalten Sie dann sofort in den 2. Gang. Im 2. Gang drücken Sie dann das Gaspedal fast ganz durch, bis Sie etwa 40 km/h erreicht haben. Sie haben nun alle anderen Autos hinter sich „abgehängt“ und können nur direkt in den höchsten Gang (den 5. oder 6. Gang) schalten.
23) Mussten Sie aufgrund der Verkehrslage im ersten Gang beschleunigen um wegzukommen können Sie nun den 2. Gang überspringen, direkt in den 3. Gang schalten und mit etwa 50 km/h direkt in den höchsten Gang zu wechseln. Beim Anfahren bergab: Fahren sie direkt im 2. Gang an ohne die Kupplung länger als normal schleifen zu lassen. Je nach Situation brauchen Sie nicht mal viel Gas zu geben und können dann recht flüssig schon nach einigen Metern direkt den 4. oder 5. Gang einlegen. Rollen Sie im höchsten Gang bis vor die Ampel, kuppeln Sie nicht vorzeitig aus und legen Sie den 1. Gang erst ein, wenn das Auto still steht. Wird es beim Zurollen an die Ampel wieder grün, schalten Sie in den 3. Gang, dieser kann ab Schritttempo problemlos verwendet werden.Ist eine Reduktion der Geschwindigkeit absehbar, schalten Sie direkt in den 3. Gang hinunter und wechseln Sie den Gang nicht mehr, bis Sie entweder Schritttempo erreicht oder ganz angehalten haben. Wird die Innerortsgeschwindigkeit aufgehoben, nützen Sie die Elastizität heutiger Motoren und beschleunigen Sie im höchsten Gang mit fast komplett durchgedrücktem Gaspedal.
Das sparsame Fahren in der Praxis mit Automatikgetriebe:
Automatikgetriebe erlauben es nicht Gänge zu überspringen. Hingegen können Sie das Hochschalten provozieren, in dem Sie nach dem Anfahren nur wenig Gas geben und damit dem Automaten signalisieren, dass Sie eher gemütlich beschleunigen möchten. Hat die Automatik dann in den zweiten Gang gewechselt, können Sie das Gaspedal stärker drücken, der Automat wird nun nicht mehr zurück in den ersten Gang schalten. Nach einigen Sekunden motivieren Sie das Getriebe zum weiteren Hochschalten, in dem Sie wieder mit dem Gas zurückgehen. Hat die Steuerung den nächst höheren Gang eingelegt, können Sie das Pedal wieder stärker drücken. Dieses Vorgehen wiederholt sich, bis der höchstmögliche Gang eingelegt ist.Ist eine Geschwindigkeitsreduktion nötig sperren Sie bitte die Gänge nicht manuell zurück. Dies wirkt sich eher negativ auf die Lebensdauer des Automatikgetriebes aus. Beim Automaten darf die Bremse etwas häufiger eingesetzt werden als mit einer Handschaltung.
Das Zurücksperren der Gänge ist längeren Bergabfahrten vorbehalten, um eine Überhitzung der Bremsanlage zu vermeiden.
29) Wird die Innerortsgeschwindigkeit aufgehoben, drücken Sie das Gaspedal nur langsam durch, . sodass das Automatikgetriebe nicht in den nächst kleineren Gang zurückschaltet.
Das sparsame Fahren in der Praxis mit Hybridfahrzeugen:
Von allen Antriebsarten ist der Spareffekt bei einem Hybrid nominell am kleinsten. Bei diesem Konzept wurde ja bereits in technischer Hinsicht Alles unternommen, um die Energie auch dann optimal auszunützen, wenn Sie bisher eher temperamentvoll unterwegs waren. Ihr Einfluss beschränkt sich daher auf die Fahrweise. Aus diesem Beschrieb sehen Sie, dass Sie als Hybridfahrer all die Ratschläge zur Bedienung des Gaspedal, zum richtigen Schalten, zum Vermeiden von Gangwechseln etc. einfach vergessen können. Sie dürfen Ihr Gaspedal, welches eigentlich ein Befehlpedal ist, einfach wie „ein rohes Ei“ behandeln. Bei aller elektronischer Raffinesse, jedes elektronische System verarbeitet nur Gegenwartsdaten und ist in dieser Beziehung Ihrer Intelligenz weit unterlegen. Die menschliche Intelligenz ist weiterhin gefragt, wenn es um das vorausschauende Fahren und das auf Erfahrung beruhende Erkennen von in naher Zukunft liegender Verkehrsabläufe geht.So gelten auch für Sie alle die weiter vorne aufgestellten Grundlagen für das sparsame und defensive Fahren. Im Gegensatz zu Fahrern konventioneller Fahrzeuge haben Sie aber zwei gewichtige Vorteile. Sie können sich ausschliesslich auf das Fahren konzentrieren ohne gleichzeitig auch noch das Getriebe bedienen zu müssen. Dazu haben Sie die Bequemlichkeit eines Automatikgetriebes ohne dessen Nachteile in Bezug auf den Verbrauch hinnehmen zu müssen.Möchten Sie Ihre Geschwindigkeit reduzieren, können Sie einfach das Gaspedal loslassen. Sie spüren nun eine leichte „Motorbremswirkung“. Beim TOYOTA- und LEXUS-Hybridsystem wird aber nun nicht der Motor nutzlos als Bremse durchgedreht, sondern die Energie wird über einen der beiden Generatoren an die Batterie geliefert. Benötigen Sie eine noch etwas stärkere Verzögerungswirkung werden Sie die Fussbremse leicht betätigen. Ihr Wagen wird nun aber auch wieder nicht die Bremsen betätigen, sondern er wird etwas mehr Strom an die Batterie liefern. Die Rekuperation (Stromrückgewinnung) arbeitet wegen der nötigen Umwandlungsvorgänge der Energieformen mit einem relativ schlechten Wirkungsgrad. Es ist daher immer noch sinnvoller den Wagen ohne Betätigung des Brems- oder Gaspedal rollen zu lassen als zuerst zu bremsen und dann wieder Gas zu geben. Auch wenn dieser Wirkungsgrad nicht weltbewegend ist, alle „normalen“ Autos haben gar keine vergleichbaren Systeme.Sie haben auch bei den Hybridmodellen die Möglichkeit eine Position „B“ (Brake, englisch für Bremse) einzulegen und damit die Motorbremswirkung zu erhöhen. Verwenden sie die Position „B“ aber nur dann, wenn Sie voraussichtlich längere Zeit bergab fahren müssen. Bei kürzeren Gefällen oder im Stadtverkehr ist es sinnvoller, in der Position „D“ das Bremspedal immer leicht zu drücken, wenn Sie verzögern müssen. Der Mensch kommt vor der Technik und so setzt das Hybridsystem voraus, dass Sie im Innenraum zuerst die behagliche Temperatur haben möchten, die Sie vorgewählt haben, bevor Sie wieder ans Sparen denken. Solange wie diese Temperatur nicht erreicht ist, wird der Benzinmotor nie abstellen, damit er mit seiner Abwärme für Ihren Komfort sorgen kann. Sie können also z.B. an einer Ampel kurzzeitig Ihre Wärmeansprüche mittels der Tasten für die Zieltemperatur etwas reduzieren. Der Motor wird dann abstellen und Sie mit weniger Benzinkosten belohnen.Einige Hybridmodelle verfügen über eine „EV“ Taste. Mit dieser Taste können Sie die Priorität auf den elektrischen Antrieb setzen. Ihr Wunsch wird aber nur ausgeführt, wenn die Batterie über genug Ladung verfügt. Wenn kurz vor dem Abstellen des Wagens (zum Beispiel einige Hundert Meter vor Ihrer Wohnung) keine hohen Geschwindigkeiten mehr nötig sind, versuchen Sie im Elektroantrieb zu fahren.
Ausnahmen bestätigen die Regel:
Noch einmal möchte ich an Ihre Intelligenz appellieren. Es gibt Situationen, in denen die gebotenen Fahrleistungen ausgenützt werden sollten. In Autobahneinfahrten oder beim Überholen wird die üppige Motorleistung zum Sicherheitsfaktor. „Trötteln“ Sie in solchen Situationen, wird Ihr Wagen zum Hindernis und andere Verkehrsteilnehmer werden zu Manövern gezwungen, die deren Energieverbrauch ansteigen lässt. Denken Sie als Fahrzeuglenker ganzheitlich und partnerschaftlich und fahren Sie so, wie Sie es sich von den anderen Verkehrteilsnehmern wünschen.
Schlusswort:
Sowohl das Verkehrsicherheitszentrum Veltheim als auch der TCS bieten Kurse an, in denen Sie teilweise in Ihrer Nähe das optimierte Fahren bei einem speziell ausgebildeten Instruktor lernen können. Solche Kurse sind sehr empfehlenswert und zudem schlägt sich auch die Kursgebühr mit der Zeit wieder heraus. Sie haben sich die Zeit genommen, diese Broschüre bis hierhin zu lesen, dafür gilt mein herzliches Dankeschön. Die neue Fahrweise benötigt eine gewisse Übung und ein vernetztes Denken. Sie gilt zu Recht, wie mir mal ein Motorfahrzeugexperte gesagt hat als „die hohe Schule des Fahrens“ und so möchte ich Ihnen viel Spass beim Ausprobieren und baldige Erfolgserlebnisse an der Tankstelle wünschen.
* Ergänzende Erklärungen:
1*) Das Durchschnittsauto wird in der Schweiz gerade mal durch 1,2 Personen ausgelastet. Es kann also auch finanziell interessant sein, sich für die Ferien einen grösseren Wagen auszuborgen oder sogar zu mieten. Selbst ein kleiner gemieteter oder sogar gekaufter Anhänger kann für die wenigen Einsätze die günstigere Lösung sein.
Man rechnet als Faustregel mit ca. 0.7 Liter Benzin pro 100 kg Betriebsgewicht (Diesel haben etwas besseres Werte). Heute ist selbst ein Kleinwagen mit Fahrer schon rund 1000 kg schwer, Geländewagen oder übermotorisierte Limousinen bewegen sich in Gewichtsklassen von teils mehr als 2000 kg.
2*) Die meisten Allradautos in der Schweiz werden niemals im Gelände eingesetzt. Für die paar Tage mit schneebedeckter Fahrbahn im Mittelland können allenfalls auch mal Schneeketten montiert werden.
Allradautos haben mehr Komponenten in der Kraftübertragung. Jedes zusätzliche Zahnradpaar vermindert die Effizienz. Bei eigentlichen Geländewagen ist es nicht nur das Verteilergetriebe, sondern ein zusätzliches Untersetzungsgetriebe fordert ebenfalls seinen Tribut. Geländewagen haben zudem meist keine selbsttragende Karosserie sondern ein robustes und schweres Chassis. Die Aerodynamik ist aufgrund der grossen Stirnfläche deutlich schlechter als bei gleich gut motorisierten Limousinen.
3*) Jedes hydraulische oder elektrische „Helferlein“ benötigt Energie und führt zu zusätzlichem Gewicht. Breite Reifen haben mehr Rollwiderstand und führen deshalb zu einem Mehrverbrauch.
Breitreifen sind meist auch noch für eine eher sportliche Fahrweise ausgelegt. Damit werden weiche Gummimischungen verwendet, welche es erlauben, die letzten physikalischen Grenzen auszuloten. Durch diese Materialwahl wird der Rollwiderstand nochmals erhöht, die Lebensdauer reduziert und der Ersatzpreis erhöht.
4*) Die Zeiten, als Automaten deutlich mehr Treibstoff verbrauchten und schlechtere Fahrleistungen boten, sind endgültig vorbei. So können die Beschleunigungswerte eines Automaten im besten Fall durch einen Profipiloten mit einem Handschaltgetriebe unterboten werden.
Das Problem ist, dass trotz elektronischer Ansteuerung durch das Gaspedal nicht mit grosser Last in einem hohen Gang gefahren werden kann, weil der Automat in dieser Situation zurückschaltet. Bei einem Automaten regelt konzeptionsbedingt das Gaspedal sowohl die Drosselklappe als auch die Getriebeschaltung. Der Fahrer regelt mit einem Pedal zwei verschiedenen Funktionen, was logischerweise seine Einflussmöglichkeiten einschränkt.
5*) Dauerhaft im Auto deponierte Gegenstände können sich zudem bei einem Unfall als tödliche „Geschosse“ erweisen und schon deshalb möglichst bald an einem geeigneteren Ort aufzubewahren.
6*) Heutige Autos sind aerodynamisch ausgeklügelt und ausgefeilt. Schon der einfachste Basisträger stellt die ganze Aerodynamik auf den „Kopf“. Zusätzlich kann der Träger die Ursache von unangenehmen Geräuschen sein.
7*) Mal ganz ehrlich, erhöhen Sie jedes Mal den Reifendruck, wenn Sie die Autobahn befahren wollen oder Passagiere mitnehmen? Zu niedriger Druck führt zum „Schwimmen“ des Fahrzeuges und zu einem erhöhten Reifenabrieb. Sie gewinnen also mit der regelmässigen Kontrolle des Reifendrucks nicht nur Sicherheit, sondern Sie sparen schlussendlich auch noch Geld.
Heutige Breitreifen nützen sich auch bei zu niedrigem Reifendruck immer in der Mitte der Lauffläche ab, da die Fliehkraft an dieser Stelle am meisten Kräfte entwickelt. Die an Neuwagen montierte Originalbereifung ist meist komfortabler ausgelegt und zudem aus weichem Gummi hergestellt und kostet den Hersteller sogar mehr als ein normaler Reifen. Schliesslich möchte der Hersteller bei den Autotestern und dem Erstkunden möglichst einen guten Eindruck des Handlings des Fahrzeuges bieten. Die Lebensdauer ist gegenüber den örtlich eingekauften Pneu allerdings deutlich reduziert.
8*) Winterreifen können je nach Profil, den Verbrauch 10 bis 20 % ansteigen lassen. Das „Ausfahren“ im Sommer ist bei den meisten Fahrzeugen verboten. Die Abnützung und damit die Feinstaubemissionen dieses weichen Gummis steigen unverhältnismässig an, wenn die Aussentemperaturen sommerlich werden.
9*) Der höhere Preis für solche Leichtlauföle schlägt sich dann heraus, wenn Sie die Kilometerlimite zwischen den Unterhaltsdiensten ausnützen. Muss hingegen das Öl wegen des Zeitfaktors jährlich ausgetauscht werden. ist der Benzinmehrverbrauch mit einem normalen Motorenöl der kleinere Kostenfaktor.
10*) Ein Verbrennungsmotor hat dann den besten Wirkungsgrad, wenn er seinen Brennraum mit dem Treibstoff-Luft Gemisch möglichst ganz ausfüllen kann. Bei einer kleinen Verbrennung ist die Oberfläche des Brennraums zu gross und ein Teil der entstandenen Wärme geht dabei verloren. Man spricht von einem schlechten thermischen Wirkungsgrad.
Eine Verbrennung ist dann effizient, wenn sie möglichst viel Zeit hat, um komplett abzubrennen.
Bei voll durchgedrücktem Gaspedal erzeugen die meisten Autos ein etwas zu fettes Gemisch, um das Optimum der Leistung zu erzeugen. Die Priorität liegt damit bei den erzeugten Kilowatt und nicht mehr beim guten Verbrauch oder der Abgasreduktion. Der Katalysator wird dabei ebenfalls in einem Bereich betrieben, der nicht optimal ist. Die Verbrennungszeit bei einem Kolbenmotor liegt im Bereich von Tausendstel Sekunden pro Verbrennung, was konstruktiv ein Nachteil des Otto-Motors ist. Es ist offensichtlich, dass das niedertourige Fahren eine gründlichere und damit auch effizientere Verbrennung des Gemischs mit sich bringt.
11*) Während des Gangwechsels läuft der Motor im Leerlauf, ohne dass er zum Antrieb etwas beiträgt. Beim Gasgeben nach dem Einlegen des Ganges benötigt der Motor kurzzeitig ein etwas fetteres Gemisch, d.h. er braucht zusätzlich Treibstoff. Frühere Vergasermotoren hatten deshalb noch die Beschleunigerpumpe, die bei jedem Gasgeben hydraulisch eine gewisse Benzinmenge über eine spezielle Düse in den Ansaug spritzte. Bei heutigen Motoren ist dieser Effekt nicht mehr so einfach erkennbar, weil die Software dafür sorgt, dass in dieser Situation die Einspritzmenge erhöht wird. Dabei korrigiert das Systems mittels des Signals der Lambda-Sonde die genaue Zusatzmenge.
Früher hatten viel Auto nur 3 Gänge und wenig elastische Motoren. Heutige Fahrzeuge haben bis zu 6 Vorwärtsgänge und Motoren, die in einem breiten Drehzahlband betrieben werden können. Trotzdem schalten viele Fahrzeuglenker völlig unnötig alle Gänge durch. Lastwagen haben teilweise bis zu 16 Vorwärtsabstufungen, kein Chauffeur wird auf die Idee kommen, diese alle bei jedem Beschleunigungsmanöver „durchzusortieren“. Früher mussten bei einer niedertourigen Fahrweise mit Schäden an den Kolben gerechnet werden, weil die Zündung zu früh erfolgte. Mit der Einführung von elektronisch gesteuerten Kennfeldzündanlagen vor ca. 20-30 Jahren und dem Einbau von Klopfsensoren seit etwas 10 Jahren können solche Folgeschäden ausgeschlossen werden.
12*) Die Bremse wandelt zuvor mit Treibstoff erzeugte Bewegungsenergie in Abreibung (Feinstaub) und extrem viel Wärme um. Beides wird an die Umwelt abgegeben ohne dass Sie einen Nutzen davon hätten.
Heutige Brems- und Kupplungsbeläge enthalten aus Umweltgründen keinen Asbest mehr. Die heutzutage verwendeten Materialien sind abriebfester als die früheren Metalle, aber nur dann, wenn sie nicht zu heiss werden. In sehr heissem Zustand hingegen schmelzen sie wie „Butter an der Sonne“.
13*) 14*) 15*) 16*) Wenn Sie etwas Übung mit diesem Fahrstil haben, werden Sie feststellen, dass Sie nicht zu Verkehrshindernis werden, weil Sie keine Zeit durch unnötiges „Durchsortieren“ aller Gänge verschwenden. Setzen Sie Ihren Intellekt ein und passen Sie die Gangwahl den Einsatzbedingungen an. Das Ziel bleibt, möglichst schnell in den höchsten Gang schalten zu können und dies mit so wenig Schaltvorgängen wie die Elastizität des Motors Ihres Wagens erlaubt. Niedertouriges Fahren schadet heutigen Motoren nicht mehr und die untere Grenze wird lediglich durch das Dröhnen oder Schütteln des Fahrzeugs gesetzt.
17*) Erinnern Sie sich an den Physikunterricht in der Schule? Einen stillstehenden Körper zum Bewegen anzuregen kostet viel mehr Energie, als ihn im bewegenden Zustand um das gleiche Mass zu beschleunigen.
18*) Diese Systeme sind seit Mitte der 80er Jahre eingebaut und nennen sich Schubabschaltungen. Sie reduzieren den Verbrauch, erhöhen die Motorbremswirkung und sorgen für bessere Abgase.
Nehmen Sie deshalb nie den Gang heraus, dies ist nicht nur verboten, sondern auch kontraproduktiv. Im Leerlauf benötigt der Motor soviel Treibstoff wie nötig ist, den Motor leer durchzukurbeln. Bei eingelegtem Gang wird der Motor durch die Bewegungsenergie gedreht und die Treibstoffeinspritzung wird abgestellt. Ihr Wagen konsumiert so überhaupt keinen Treibstoff.
26*) Die Beschleunigung in der Praxis kann nicht schneller sein, als diejenige des am schlechtesten motorisierten Fahrzeuges in der Kolonne. Ein heutiger Mittelklasse Personenwagen hat um die 100 KW Leistung bei ca. 1400 kg Gewicht (also ein Leistungsgewicht von 71 KW für 1 Tonne Gewicht). Für Lastwagen sind als Minimum vorgeschrieben 7.36 KW pro Tonne (also bei 38 Tonnen Gesamtgewicht müssen es rund 280 KW oder veraltet 380 PS sein). Sie haben mit Ihrem Wagen also gegenüber einem LW die rund 10fach (!!!) bessere Motorisierung. Leichte Nutzfahrzeuge sind diesbezüglich auch nicht „berauschend“ motorisiert, auch diesen sind Sie mit Ihrem Personenwagen bezüglich Fahrleistungen um das Mehrfache überlegen. Es gibt kaum einen Grund, das letzte Kilowatt zum Beschleunigen mittels Zurückschalten aus Ihrem Wagen herauszuquetschen.
29*) Siehe unter Punkt 26*)
30*) In Abweichung zu allen anderen Getriebearten ist bei Hybriden so etwas wie elektronische Intelligenz eingebaut. Das Gaspedal hat bei diesem Fahrzeug nichts mehr mit der effektiven Gasmenge (Benzin- oder Diesel-Luftgemisch) zu tun. Dieses Pedal orientiert die zentrale Steuereinheit darüber, welche Leistungsansprüche Sie zurzeit haben. Der Zentralcomputer ruft diesen Leistungsbedarf bei seinen vier Lieferanten (beim Benzinmotor, den 2 Generatoren und der Hochspannungsbatterie) ab. Es berücksichtigt dabei den Ladezustand der Batterie, die genau benötigte Energiemenge und die Effizienz der jeweiligen Energielieferanten. Wird der Benzinmotor als Lieferant bei gezogen und muss dieser aber nur wenig Energie liefern, so wird das System diesen unter voller Last (also Vollgas) aber mit sehr niedrigen Drehzahlen laufen lassen. Steigt der beim Benzinmotor abgerufene Leistungsbedarf wird das System den Verbrennungsmotor stufenlos und linear höher drehen lassen.
Wenig bekannt ist, dass der TOYOTA Prius einen speziellen Verbrennungsmotor eingebaut hat. Der so genannte Atkinson-Motor lässt die Einlassventile erst dann schliessen, wenn der Kolben im Verdichtungstakt bereits einen Teil seines Weges nach oben zurückgelegt hat. So benötigt er weniger Energie zum Verdichten. Bei der Verbrennung steht ihm aber der ganze Weg nach unten zur Verfügung um das Gemisch vollständiger abzubrennen. Damit wird der thermische Wirkungsgrad besser und entspricht in etwa einem konventionellen Dieselmotor. Der Atkinson-Motor entwickelt weniger Drehmoment als ein Motor mit normalen Steuerzeiten. Dieser konzeptionelle Nachteil wird durch das üppige Drehmoment der beiden Elektromotoren aber mehr als ausgeglichen.
33*) Erst wenn Sie stärker bremsen, wird ein Teil der Energie in nutzlose Wärme an der Bremsanlage umgewandelt. Sie sparen also sogar beim sanften Verzögern Energie und Bremsbeläge und reduzieren damit sogar den Feinstaubausstoss.
34*) Nun, was ist der Unterschied zwischen der Getriebeposition „D“ und „B“? In der Position „D“ wird beim Gasloslassen bei Geschwindigkeit unter ca. 60 km/h der Benzinmotor komplett angehalten und die ganze Bewegungsenergie kommt dem Rekuperationssystem zu Gute.
In der Position „B“ hingegen wird der Motor bei allen Geschwindigkeit leer als verschleissfreie Bremse ständig durchgekurbelt. Dies ist dann nötig, wenn bei längerem Bergabfahren die Batterie komplett geladen wurde und nun keinen Strom mehr aufnehmen kann. In diesem Fall dient der leer durchgedrehte Motor als „Motorbremse“ damit Sie die Reibbremsen nicht überbeanspruchen müssen.
36*) Damit wird die Batterie entladen. Am nächsten Morgen wird ja der Benzinmotor zwangsweise eingeschaltet, bis er seine Betriebstemperatur erreicht hat. Ist die Batterie stark entladen, wird er diese Phase nutzen, um diese nachzuladen. Weil er dabei eine gewisse Minimalleistung erbringen muss um den Generator zu versorgen, wird er schneller warm und dankt es Ihnen mit einer früheren Erwärmung des Innenraums und fällt auch früher in den Sparmodus, indem bei einem Halt der Motor jeweils wieder abstellen wird.


